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LAG-Fachtag: Soziokultur unter Druck
Soziokultur unter Druck − Freie Kulturarbeit zwischen gesellschaftlichem Rechtsruck, Mittelkürzung und Selbstbehauptung
Di. 27.10.2026, 10:00 – 16:00 Uhr
Kultur: Haus Dacheröden, Anger 37, 99084 Erfurt
Soziokultur und freie Kulturarbeit stehen unter Druck – auch in Thüringen. Kürzungen im Kultur- und Bildungsetat, unsichere Förderstrukturen und Angriffe auf die politische Legitimität zivilgesellschaftlicher Träger verschärfen die Lage. Zugleich drohen mit autoritären kulturpolitischen Vorstellungen weitere Einschränkungen für Vielfalt und Kunstfreiheit. Während klare kulturpolitische Perspektiven in Thüringen fehlen, wachsen die Herausforderungen für soziokulturelle Akteure.
Auf welche kulturpolitischen Szenarien müssen wir uns angesichts dieser Entwicklungen einstellen? Wie können wir handlungsfähig bleiben und soziokulturelle Einrichtungen als offene Orte erhalten? Welche Strategien helfen uns dabei?
Wir laden als LAG Soziokultur Thüringen Akteure aus Kulturarbeit, Verwaltung, Kulturpolitik und Zivilgesellschaft ein, diese Fragen gemeinsam auf unserem Fachtag zu diskutieren.
Die Teilnahme am Fachtag ist kostenfrei.
Die Veranstaltungsräume in der ersten Etage sind barrierefrei über den Aufzug erreichbar. » Weitere Infos zur Barrierefreiheit vor Ort
PROGRAMM
| 09:30 Uhr | Ankommen |
| 10:00 Uhr | Begrüßung |
| 10:15 Uhr | Einordnung: Soziokultur unter Druck Mit Bettina Rößger (LAG Soziokultur Thüringen) |
| 10:30 Uhr | Impuls: Szenarien politischer Einflussnahme auf öffentliche Kulturförderung Mit Dr. Justus Duhnkrack (Jurist und politischer Berater) Der Impuls beleuchtet die Vulnerabilität der öffentlichen Kunstförderung: Muss der Staat die Kunst fördern und – wenn ja – in welchem Umfang? Wer auf die Kunstförderpraxis der vergangenen Jahrzehnte vertraut, hat die Kunstfreiheit missverstanden. Denn die größte Gefahr für die Freiheit der Kunst entsteht nicht durch offene Zensur. Sie beginnt dort, wo Förderentscheidungen politisiert, Institutionen unter Druck gesetzt und Infrastruktur abgeschafft wird. Der Impuls stellt nicht die Frage, was Kunst darf, sondern wer künftig darüber entscheidet, welche Kunst entstehen kann. |
| 11:00 Uhr | Panel: Zwischen Mittelkürzungen und Rechtsruck – Aktuelle Herausforderungen für die freie Kulturarbeit Dr. Justus Duhnkrack (Jurist und politischer Berater), Katja Mitteldorf (Kulturpolitische Sprecherin Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag), Steffen Quasebarth (Kulturpolitischer Sprecher Fraktion Thüringen.Gerecht im Thüringer Landtag), Manuela Römer (Journalistin und Vorstand Kulturkollektiv Goetheschule e.V., Lauscha), Detlef Fengler (Medienpädagoge, Vorstand LAG Soziokultur Thüringen e.V.), Moderation: Judith Drühe (Geschäftsführerin Kulturrat Thüringen e.V.) |
| 12:00 Uhr | Mittagspause mit kleinem Imbiss |
| 13:00 Uhr | Themenräume: |
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1. Wie bleiben wir handlungsfähig? Strategien für krisenfeste Kultureinrichtungen Aktuell werden gemeinnützige und zivilgesellschaftliche Organisationen an verschiedenen Stellen bedroht, infrage gestellt oder finanziell aufs Abstellgleis gesetzt – sei es durch parlamentarische Anfragen, Androhung von Mittelkürzungen oder dem Infragestellen der Gemeinnützigkeit. Mit dem weiteren Erstarken autoritärer Kräfte kann dies auch für Kultureinrichtungen schnell existenzbedrohend werden. Zukunft Demokratie e.V. hat gemeinsam mit Campact e.V. einen „Werkzeugkasten“ erarbeitet, der zivilgesellschaftlichen Organisationen hilft, zentrale Risiken zu identifizieren und Strategien zu entwickeln, um auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig, wirksam und unabhängig zu bleiben. |
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2. Was braucht die Szene? Kulturförderung in Thüringen sichern, Gestaltungsspielräume erhalten Die Handlungsspielräume in den öffentlichen Kulturetats werden geringer. Freiwillige Leistungen, wie die Projektförderung, sind als erstes dem Spardiktat unterworfen. Gleichzeitig steigen angesichts der gesellschaftlichen Polarisierung die Anforderungen an freie, soziokulturelle Einrichtungen als offene Orte für kulturelle Teilhabe und gesellschaftlichen Austausch. Ohne öffentliche Förderung können die meisten Einrichtungen ihre Strukturen jedoch nicht aufrechterhalten – insbesondere in ländlichen Räumen. Die aktuellen Kürzungen auf Landesebene und weitere angekündigte Einsparungen führen zu großer Unsicherheit in der freien Kulturszene, viele Träger bangen um ihre Existenz. Was ist zu tun? Wie können Verwaltung, Kulturpolitik und Kulturakteure gemeinsam diese Strukturen absichern? Welche Gestaltungsspielräume können trotz Sparzwängen erhalten werden? |
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3. Zwischen Neutralität und Haltung – Handlungssicherheit für Verwaltungsmitarbeitende in politisch unsicheren Zeiten Was tun, wenn in der Verwaltung Weisungen, Arbeitsbedingungen oder politische Entwicklungen geltendes Recht und demokratische Grundprinzipien infrage stellen? Der Workshop möchte Orientierung bieten und zeigen, wo Handlungsspielräume bestehen – ohne in vorauseilenden Gehorsam zu verfallen. Mit dem „Erste-Hilfe-Kit“ hat der Verein Verwaltung für Demokratie e.V. ein Tool entwickelt, das rechtliche Grundlagen, Checklisten, Praxisbeispiele und Beratungsnetzwerke bündelt. Im Mittelpunkt des Workshops, der sich an Verwaltungsmitarbeitende und Kulturakteure gleichermaßen richtet, stehen Austausch, Verständigung und konkrete Schritte für ein sicheres, solidarisches und demokratisches Handeln. |
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| 14:30 Uhr | Kaffeepause |
| 15:00 Uhr | Fazit und Blick nach vorn: Wie geht’s jetzt weiter? Zum Abschluss wollen wir mit euch gemeinsam ein Fazit der Themenräume und des Vormittags ziehen und fragen: Was folgt daraus konkret für unser Handeln? Wie können wir unsere Interessen öffentlich artikulieren und unsere Stärken bündeln? Welche Aktivitäten sind dafür nötig? |
| 16:00 Uhr | Ende |
Gesamtmoderation: Lisa Hilpert (Kulturjournalistin und Kulturmanagerin)
ANMELDUNG
Mit freundlicher Unterstützung durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur
