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Meine Kultur

NICHT OHNE MEINE KULTUR!

In diesen Zeiten ist der kulturelle Raum hart umkämpft und die kulturelle Vielfalt bedroht. Gerade soziokulturelle Räume und Projekte müssen deshalb immer wieder neu erstritten und verteidigt werden. Unter dem Titel "NICHT OHNE MEINE KULTUR! Soziokultur zwischen Umarmung, Vernachlässigung, Kommerz und Utopie" will die LAG Soziokultur Thüringen dieses Spannungsfeld mit sechs Veranstaltungen im Herbst beleuchten.

Am 7. Oktober heißt es im Erfurter Presseklub: Vorsicht, Baustelle Kultur! In dem kulturpolitischen Wahl-Spezial zur Landtagswahl geht’s mit Thüringer Kulturpolitiker*innen auf ein gefährliches Terrain. Am 9. Oktober stehen im Kulturbahnhof Jena alternative Kulturräume und die gelebte Utopie im Mittelpunkt: Der Film "Wenn ein Traum Wirklichkeit wird …" erzählt die fast 40-jährige Geschichte des Berliner Kulturzentrums ufaFabrik. Am 16. Oktober spricht der Kunstwissenschaftler Daniel Hornuff im ACC Weimar über den Angriff der Neuen Rechten und die Verteidigung der offenen Kultur. Im Fokus steht hier, wie rechte Ideologien auf kulturellem Gebiet durchgesetzt werden und welche Auswirkungen das für den Kulturbereich hat.

Am 6. November steht im Retronom Erfurt die kulturpolitische Entwicklung der Wendejahre im Mittelpunkt. Unter dem Titel "Auferstanden aus Ruinen?" berichten Dr. Tobias Knoblich und Wolfgang Renner von den ersten Schritten der ostdeutschen Soziokultur und deren Vorläufern in der DDR. Am 14. November setzt sich der Publizist und Konzertagent Berthold Seliger mit den Imperiengeschäften der Musikindustrie auseinander. In seiner Lecture-Show mit bewegten und nicht bewegten Bildern präsentiert er in den saalgärten in Rudolstadt sein neues Buch "Vom Imperiengeschäft. Wie Großkonzerne die kulturelle Vielfalt zerstören". Schließlich findet am 21. November im Erfurter Café Nerly die KULTURRIESE-Preisverleihung statt. In einer unterhaltsamen Show werden die Nominierten vorgestellt und das Geheimnis gelüftet, wer in diesem Jahr den Preis der Soziokultur in Thüringen erhält.

» Programmflyer herunterladen [pdf., 2 MB]

07.10. // Vorsicht, Baustelle Kultur! Kulturpolitisches Wahl-Spezial zur Landtagswahl

Im selbsternannten "Kulturland Thüringen" steht ein Politikfeld selten im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion: die Kulturpolitik. Auch in den Landtagsfraktionen ist das kulturpolitische Interesse und Engagement "stark eingeschränkt", wie der Politikwissenschaftler Michel Flohr kürzlich konstatierte. Aber was sind die Gründe dafür? Wie funktioniert Kulturpolitik im Landtag? Was wurde in der vergangenen Legislatur erreicht – und was steht noch auf der kulturpolitischen To-do-Liste? Und welche Rolle spielt dabei die Soziokultur?

Zeit also für einen Ortstermin auf der Baustelle Kultur! Unser Polier Icke Bodenski vom THEATERfahrendesVOLK nimmt gemeinsam mit thüringischen Kulturpolitiker*innen Bausubstanz, Ausführung und Kosten ins Visier. Es geht aber auch um Arbeitsschutz, Fluchtwege, Brandschutzauflagen – und natürlich Pfusch am Bau!

Zu Gast sind die kulturpolitischen Sprecher*innen von vier Thüringer Landtagsfraktionen: Dr. Thomas Hartung (SPD), Madeleine Henfling (Bündnis 90/Die Grünen), Jörg Kellner (CDU) und Katja Mitteldorf (Die Linke). Das Publikum erwartet ein spannender und unterhaltsamer Abend mit geplanten und ungeplanten Zwischenfällen.

Montag 7. Oktober 2019, 20 Uhr
Erfurt, Presseklub, Dalbergsweg 1, 99084 Erfurt

In Kooperation mit dem Presseklub Erfurt

09.10. // "Wenn ein Traum Wirklichkeit wird …" Film und Gespräch über die Geschichte der ufaFabrik Berlin

ufaFabrik unterwegs 1980

Aufbruchstimmung im West-Berlin der siebziger Jahre: Eine Gruppe junger Aktivisten*innen nimmt das leerstehende, ehemalige Kopierwerk der UFA in Berlin-Tempelhof friedlich wieder in Betrieb. In den folgenden Jahren entsteht ein einzigartiges, ganzheitliches Lebens- und Arbeitsprojekt mit basisdemokratischen Strukturen: das Soziokulturelle Zentrum ufaFabrik.

Der Dokumentarfilm von Dimitri und Julia Limpert erzählt die fast 40-jährige Geschichte und spannt damit den Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart. Die Protagonist*innen erzählen von ihren Erlebnissen und Ideen, von dem Miteinander und dem, was für sie den Unterschied zu anderen Lebensformen macht.

» Film-Trailer auf Youtube ansehen

Angesichts steigender Mieten und der damit einhergehenden Verdrängung vieler Bewohner*innen aus den Zentren der Großstädte knüpft der Film an aktuelle Themen an: Wie wollen wir in Zukunft leben? Welche Werte prägen unsere Gesellschaft von morgen? Wie lässt sich ein gemeinschaftliches Leben mit individueller Freiheit verbinden? Und wie haben es normale Menschen geschafft, aus eigener Kraft aus Träumen Wirklichkeit werden zu lassen? Zu diesen und anderen Fragen laden im Anschluss an den Film Sigrid Niemer, Mitbegründerin der ufaFabrik, und Lothar Wiesweg das Publikum zum Gespräch ein.

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 19 Uhr
Jena, Kulturbahnhof (Jazzcafé),
Spitzweidenweg 28, 07743 Jena


EXTRA-ANGEBOT: Kostenlose Führung durch den Kulturschlachthof

Bereits um 17:30 Uhr findet eine Führung durch den benachbarten Kulturschlachthof Jena statt. Kulturmacher*innen der beteiligten Vereine führen durch die Räumlichkeiten und berichten über den Stand des im Aufbau befindlichen Soziokulturellen Zentrums. Treffpunkt: 17:30 Uhr am Kulturschlachthof, Fritz-Winkler-Straße 2b.

In Kooperation mit dem Med-Club und dem Kulturschlachthof Jena

16.10. // Der Angriff der Neuen Rechten und die Verteidigung der offenen Kultur - Vortrag mit Daniel Hornuff

Daniel Hornuff - Foto: Felix Grünschloß

Wenige Tage vor der thüringischen Landtagswahl gehen wir an diesem Abend der Frage nach dem Erstarken rechtspopulistischer Parteien nach. Ausgehend von dem Befund, dass rechte Ideologien heute vor allem auf kulturellem Gebiet durchgesetzt werden, diskutiert der Vortrag des Kunstwissenschaftlers Daniel Hornuff, was dieser Affront konkret bedeutet:

Woraus speist sich der Erfolg neurechter Bewegungen? Wie hoch ist ihr Gewaltpotenzial? Worin unterscheiden sie sich von alt-faschistischen Kadern? Und was haben sie mit ihnen gemeinsam? Und vor allem: Was kann dem rechten Kulturchauvinismus entgegengesetzt werden?

Im Anschluss an den Vortrag ist Raum für ein Gespräch. Moderiert wird der Abend von der Kulturjournalistin Romy Gehrke (MDR).

Daniel Hornuff ist Kunstwissenschaftler und Freier Autor, schreibt regelmäßig für Die Zeit, Brand Eins und Deutschlandfunk. Derzeit hat er die Vertretungsprofessur für Theorie und Praxis der Gestaltung an der Kunsthochschule in der Universität Kassel inne. Im Oktober erscheint sein neues Buch "Die Neue Rechte und ihr Design: Vom ästhetischen Angriff auf die offene Gesellschaft" im transcript Verlag.

www.daniel-hornuff.de

Mittwoch, 16. Oktober 2019, 19 Uhr
Weimar, ACC Galerie, Burgplatz 1 + 2, 99423 Weimar

In Kooperation mit der ACC Galerie Weimar

06.11. // Auferstanden aus Ruinen? Kontinuitäten und Brüche ostdeutscher Soziokultur - Vortrag und Gespräch

Foto: ACC Galerie Weimar

Nach der politischen Wende von 1989/90 wurde der in der alten BRD entstandene Begriff Soziokultur auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR eingeführt. Er fand schnell Akzeptanz, auch weil die Soziokultur in den Kultur-Förderprogrammen explizit aufgeführt war. Somit konnten Formen der DDR-Breitenkultur und -Subkultur sowie der neu entstandenen freien Initiativen gefördert werden. Der andere Grund war, dass viele Akteure, das, was in Westdeutschland unter Soziokultur verstanden wurde, schon lange (wenn auch unter anderen Vorzeichen) selbstverständlich praktizierten – in Kulturhäusern, Klubs, Zirkeln oder auch im subkulturellen Bereich.

Gab es also Soziokultur bereits in der DDR? Wenn ja, welche Formen und Konzepte steckten dahinter? Welche historischen Linien können gezogen werden? Warum fand das Label Soziokultur nach der Wende so rasch Akzeptanz bei den hiesigen Kulturakteuren? Welche Auswirkungen hat dies auf die soziokulturelle Praxis in Ostdeutschland 30 Jahre nach dem Mauerfall? Und natürlich: Welche Anekdoten gibt es zu erzählen?

Nach einem Impulsvortrag von Dr. Tobias Knoblich, Beigeordneter für Kultur und Stadtentwicklung der Stadt Erfurt und Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft, möchten wir mit ihm und mit Wolfgang Renner, Gründungsmitglied und erster Vorsitzender der LAG Soziokultur Thüringen, ins Gespräch kommen. Moderiert wird der Abend von Juliane Fuchs (Kulturwissenschaftlerin und Produzentin).

Mittwoch, 6. November 2019, 19 Uhr
Erfurt,
Retronom
Johannesstraße 17A, 99084 Erfurt

In Kooperation mit Snokksen e.V./Retronom

Zum Foto: Kulturmeile '90: Das Dortmunder Blasorchester schwarz/rot Atemgold 09 führt am 31. März1990 die "Kulturmeile" anlässlich ihrer Eröffnung durch Weimar (im Hintergrund das Residenz-Café).

14.11. // Berthold Seliger – Vom Imperiengeschäft. Wie Großkonzerne die kulturelle Vielfalt zerstören - Lecture-Show

Foto: Mischa Scherrer

Berthold Seliger, Publizist und seit über dreißig Jahren Konzertagent und Tourneeveranstalter, berichtet in seinem neuen Buch "Vom Imperiengeschäft" über die Neustrukturierung der Märkte in der Musikindustrie. Er nimmt die aktuellen Entwicklungen bei den Konzentrationsprozessen in der deutschen und internationalen Konzertbranche und die dubiosen Tricks im Ticketing zum Anlass für konkrete Vorschläge, wie man mit konsequenter Gesetzgebung die Machenschaften der Konzerne eindämmen könnte, die die kulturelle Vielfalt gefährden. Seliger, "Deutschlands eloquentester Konzertagent" (Berliner Zeitung), kennt die Zahlen und nennt die Namen.

Den Imperiengeschäften der Musikindustrie setzt Seliger das Konzept unabhängiger Musikclubs, Soziokultureller Zentren und künstlerorientierter Festivals entgegen. Hier können Möglichkeitsräume und utopische Orte entwickelt werden, in denen eine Kultur jenseits der Konzerne stattfinden kann. Der Grundgedanke seiner Überlegungen sind immer die Interessen der Musiker und der Konzertbesucher. Nur wenn sich diese gegen die Imperiengeschäfte der Kulturindustrie wehren, wird die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft erhalten bleiben.

Pressestimmen:

"Wie das Konzertgeschäft heute funktioniert, kann man nachlesen in Berthold Seligers neuem Buch 'Vom Imperiengeschäft', meines Erachtens ein Standardwerk." (Steen Lorenzen, Radio Eins)

"Das neueste großartige Musikbuch des Musikanalytikers, Konzertveranstalters und Konkret-Autors Berthold Seliger. Und es geht natürlich wieder um viel mehr als nur Musik, es geht um die Welt, in der sie stattfindet, um die Zusammenhänge, die wir nicht hören können, wenn wir immer nur mitsummen möchten und der Rest uns einen Dreck interessiert ..." (Franz Dobler)

"Man kann sich aus dem echten Abseits diesem Buch nähern – und trotzdem Spaß bei der Lektüre haben. Minutiös und mittels einer Vielzahl von Zahlen und Daten und voller glänzend gesetzter Pointen, bei denen ihm gerne mal Marx, Adorno oder Mark Fisher zur Seite stehen, zeichnet Seliger, bekanntlich selbst Konzertveranstalter, ein drastisches Bild dieses Strukturwandels. Die Eventisierung des Konzertbetriebs geht gewissermaßen mit einer Gentrifizierung des Konzertortes einher." (Ulrich Kriest, Junge Welt)

"Aber eigentlich geht es um die Gegenwart, nur halt nicht so, wie die das befiehlt, sondern so, wie Berthold Seliger in seinem neuen Buch „Vom Imperiengeschäft. Konzerte – Festivals – Soziales. Wie Großkonzerne die kulturelle Vielfalt zerstören“ mit Blick auf das schreibt, worauf alle dauernd hibbelig warten, weil die Konzernkatze es uns, den Kundenmäusen, dauernd ankündigt: 'Jede vernünftige Maus sollte sich klarmachen, dass sie sich mit Katzen nicht abgeben darf.' Als Brausepöter neu waren, hieß 'Punk': Junge Leute weigern sich, den alten Quatsch weiterzumachen (inklusive der vorhandenen Popkultur). Heute kann 'Punk' heißen: Alte Leute weigern sich, den neuesten Quatsch zu lernen. So krumm und kaputt geht Geschichte." (Dietmar Dath, FAZ)

Do. 14. November 2019, 20 Uhr
Rudolstadt, Soziokulturelles Zentrum saalgärten, Saalgärten 1b, 07407 Rudolstadt

» zur Webseite von Berthold Seliger

In Kooperation mit den saalgärten

21.11. // Preisverleihung KULTURRIESE

Foto: Bernd Seydel

Sie sind die Trümpfe der Provinz, Kulturschrittmacher in den Städten und zuweilen die letzten Mohikaner auf dem Land: die thüringischen soziokulturellen Einrichtungen, Vereine und Projekte. Da ist das Musikfestival auf dem Land, das Theaterspektakel in der Kleinstadt oder das Kulturhaus im Stadtteil. Mit ihren spartenübergreifenden und offenen Angeboten sind sie Knotenpunkte kulturellen Lebens in den Städten und Regionen. Sie regen zur kulturellen Teilhabe und Mitgestaltung an.

Mit dem KULTURRIESE-Preis zeichnet die LAG Soziokultur seit 2008 jährlich Vereine, Projekte und Initiativen aus, die sich durch ihr außergewöhnliches Engagement und ihre innovative Kulturarbeit hervorgehoben haben.

In einem unterhaltsamen Programm stellen wir die von der Jury Nominierten vor und lüften anschließend das Geheimnis, wer von ihnen KULTURRIESE 2019 wird und damit die 1.111,11 Euro Preisgeld erhält.  

Donnerstag, 21. November 2019
19 Uhr (Einlass: 18 Uhr)

Erfurt, Café Nerly, Marktstraße 6, 99084 Erfurt

Wir bitten um Anmeldung bis zum 14. November per E-Mail an kulturriese@soziokultur-thueringen.de

In Kooperation mit dem Café Nerly Erfurt

Der Eintritt ist für alle Veranstaltungen frei!
Wir danken der Thüringer Staatskanzlei für die Förderung der Veranstaltungsreihe.

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