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Kulturpolitik

Forderungen aus der Clubszene an die Stadt Erfurt

Erfurter Netzwerk für kulturelles Leben (ENkL) hat einen Forderungskatalog an die Stadt vorgelegt, um die Durchführung von kulturellen Veranstaltungen in und nach der Pandemie zu erleichtern.

Als Ergebnis eines Austauschs mit 70 Kulturakteur*innen der Stadt hat das Netzwerk seine Forderungen den Fraktionen des Erfurter Stadtrats übergeben. Ziel ist es, die Öffentlichkeit auf strukturelle Herausforderungen und die Situation aller Kulturakteure aufmerksam zu machen.

Forderungen:

1. Klare Richtlinien für Kulturveranstaltungen mit Hygienekonzept
Die Unterstützung und Förderung aller Kultureinrichtungen und -projekte ist von der gemeinsamen Ausarbeitung und Umsetzung einer funktionierenden Hygieneinfrastruktur abhängig. Unsere Strategien für Veranstaltungen unter Hygieneauflagen brauchen unbürokratische Begleitung seitens der Stadtverwaltung und klare Richtlinien für mehr Planungssicherheit.

2. Erhöhung der Sonderveranstaltungen von 10 auf 15 für die nächsten zwei Jahre
Eine Stadt, die von unserer Kreativität und unserem Ideenreichtum profitiert, sollte Sonderveranstaltungen supporten, anstatt bürokratische Hürden aufzubauen. Ein Anfang wären 15 Sonderveranstaltungen und ein zusätzliches musikalisches Ereignis wie die Fête de la Musique, um die Verluste der letzten zwei Jahre annähernd kompensieren zu können.

3. Kulturelle Veranstaltungen während des Erfurter "Shopping-Wochenendes" mit Schnelltests erlauben
Kommerzielle Interessen sollten nicht permanent der höhere Stellenwerk gegenüber kulturellen Belangen eingeräumt werden: Wenn ein Shopping-Wochenende mit Testungen und Hygienekonzept umsetzbar ist, dann dürfte einem Kulturwochenende mit Open-Air-Veranstaltungen unter gleichen Bedingungen nichts im Wege stehen.

4. Kultur im öffentlichen Raum sichtbarer machen durch das Zurverfügungvtellen von umfangreichen Werbeflächen
Kunst und Kreativität braucht in Erfurt mehr Plattformen, um sichtbarer zu werden: Werbeflächen und -mittel an werbewirksamen Standorten, kulturelle Bildungsangebote, Fördermöglichkeiten, Ausbau der kulturellen Infrastruktur etc.

5. Anpassung der Vergnügungssteuer
Clubs sind keine Spielhallen! Musikclubs sind Kultureinrichtungen, die überwiegend privat finanziert werden und einen unverzichtbaren Beitrag zum kulturellen Leben und der steten Verjüngung einer Stadt leisten. Eine vertretbare Abgabe von 10 statt 20 Prozent – die dann garantiert der lokalen Kreativwirtschaft zugutekommt – wäre eine Möglichkeit, das immense inhaltliche, organisatorische und finanzielle Risiko dieser Branche anzuerkennen.

6. Sperrstundenverkürzung für Open-Air-Veranstaltungen / realistische Schallschutzvorgaben
Eine historisch lebendige und kulturell geprägte Innenstadt mehr und mehr zahlungskräftigen Investoren und lärmempfindlichen Neuanwohnern zu überlassen, ist nicht länger hinnehmbar. Hier müssen Lösungen gefunden werden, um kulturelle und wirtschaftliche Interessen nicht gegeneinander aufzuwiegen.

7. Aufheben des Tanzverbots
Um Menschen auch in Pandemiezeiten den Zugang zu Musik und Tanz zu ermöglichen und ihnen damit ein hohes Maß an Zusammengehörigkeit und emotionalem Austausch zuzugestehen, ist es wichtig, Außenveranstaltungen zu unterstützen. Es ist nicht einzusehen, warum man im Sommer unmaskiert im Restaurant mit fünf Menschen sitzend darf, der Tanz vor der Tür mit ausreichend Abstand und/oder Schutzmaske jedoch verboten bleiben soll.

8. Kommunikation zwischen Stadt und Kulturakteuren verbessern und transparenter gestalten
Kooperationen sind wichtig, um Verständnis für die individuellen Blickwinkel Kulturschaffender zu entwickeln und gemeinsam sinnvolle Konzepte auszuarbeiten. Um Ziele zu diskutieren und im Austausch zu bleiben, schlagen wir zweimonatlich einen Runden Tisch vor.

Das Erfurter Netzwerk für kulturelles Leben e.V. hat sich in der Folge des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 gegründet. Ziel ist, Kulturschaffende der Stadt Erfurt und deren Aktivitäten in Austausch zu bringen und insbesondere in Zeiten der Pandemie sichtbarer zu machen. Dafür entwickelte der Verein digitale Übertragungswege und neue Veranstaltungsformate, wie z.B. Don’t Panic TV.

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