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Strukturförderung Soziokultur: Dokumentation veröffentlicht

Über drei Jahre hinweg haben wir mit dem Modellprojekt "Strukturförderung Soziokultur 2023–2025" sechs soziokulturelle Einrichtungen in Thüringen in ihrer programmatischen und strukturellen Entwicklung unterstützt. Die jetzt erschienene Dokumentation zeigt klar: Wenn kulturelle Infrastruktur erhalten und weiterentwickelt werden soll, reicht das Förderinstrument der Projektförderung allein nicht aus.

Soziokulturelle Akteure organisieren nicht nur Veranstaltungen. Sie schaffen Orte für Begegnung und kulturelle Teilhabe – oft unter schwierigen Bedingungen. Gerade kleinere, überwiegend ehrenamtlich getragene Einrichtungen und Vereine müssen gleichzeitig Projekte umsetzen, Öffentlichkeitsarbeit leisten, Fördermittel organisieren und verwalten oder Freiwillige koordinieren. Dafür braucht es mehr als einmalige Projektmittel: Es braucht verlässliche und tragfähige Strukturen.

Im Modellprojekt wurden mit Mitteln des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur sechs soziokulturelle Einrichtungen und ihre Trägervereine über drei Jahre hinweg in ihrer programmatischen und strukturellen Entwicklung gefördert: das FUNDAMENT Gotha, das KLEINOD Ilmenau, der Kulturschlachthof Jena, die Goetheschule Lauscha, das Schloss Kannawurf sowie das 10aRium Greiz. Die Dokumentation macht sichtbar, was durch die Strukturförderung ermöglicht wurde: Arbeitsabläufe konnten neu geordnet, Profile geschärft, Ehrenamt entlastet, Öffentlichkeitsarbeit professionalisiert, neue Formate entwickelt und Krisen bewältigt werden. In mehreren Fällen war die Förderung entscheidend dafür, dass Einrichtungen handlungsfähig blieben und Zukunftsperspektiven entwickeln konnten.

Die Bilanz ist eindeutig: Strukturförderung wirkt. Sie schafft Spielräume für Entwicklung, wo Projektförderung an ihre Grenzen stößt. Sie stabilisiert Träger, die gesellschaftlich relevante Arbeit leisten, aber strukturell auf Verschleiß fahren. Und sie stärkt genau die Orte, die kulturelles Leben vor Ort tragen – in kleineren Städten ebenso wie im ländlichen Raum.  

Gleichzeitig zeigt die Modellphase auch die Widersprüche der derzeitigen Förderpraxis. Wenn Mittel zu spät freigegeben werden, Budgets schwanken und so personelle Kontinuität nicht gesichert werden kann, dann werden notwendige Entwicklungsprozesse ausgebremst.

Die Dokumentation zeigt: Thüringen braucht eine dauerhafte Strukturförderung für die freie Kulturszene – als ergänzende Fördersäule neben Projekt- und Investitionsförderung. Denn freie Kulturarbeit ist kein Beiwerk. Sie ist Teil öffentlicher Daseinsvorsorge, demokratischer Praxis und gesellschaftlicher Infrastruktur.

» Dokumentation zum Modellprojekt lesen [PDF. 6,6 MB]

» Weitere Infos zum Modellprojekt Strukturförderung

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