Graffitikunst am Binderslebenerknie
Der Fußgängertunnel unter der Binderslebener Landstraße, der das Quartier Ottostraße mit der Borntalsiedlung verbindet wird ab heute mit einer neuen Wandgestaltung, in Form von Graffiti, versehen. Die Wände und Treppenaufgänge sollen dabei mit einem künstlerischen Bild gestaltet werden.
Ausgeführt werden die Spray- Arbeiten durch den Stadt- Bild- Graffiti Verein.
Vorstandsvorsitzender, des bereits seit drei Jahren bestehenden Vereins, ist der Maler und Grafiker Dieter Hennnig, der schon länger mit Jugendlichen an Graffitiprojekten arbeitet, dabei werden kahle Wände, Stromhäuschen, Stromkästen oder Schulen mit Graffiti verschönert.

Finanziert werden diese Projekte durch das Hoch- und Tiefbauamt.
Ziel dieses Vereins ist es, das Stadtbild Erfurts zu verschönern und illegale Graffitis Einzudämmen. Als weiteren Anlass, sah der Künstler das Problem der wenigen Möglichkeiten für junge kreative Menschen. Hennig dazu: "Die wichtigste Überlegung war eigentlich die, und dass ist das was unsere Stadtväter immer nicht wahr haben wollen, jeder der Fussball spielen möchte oder Handball, oder irgendeine Sportart, der findet Sportplätze, während für Leute die kreativ sind, die malen möchten ist gar nichts da. Es gab mal eine Zeitlang so ein Wall of Fame, den hat man inzwischen auch schon abgerissen. Und es gibt keine Möglichkeiten für junge Leute die kreativ sind und mit Farben arbeiten wollen. Und das war eigentlich, oder ist immer noch mein Hauptanliegen."

Bei der Arbeit am Binderslebenerknie handelt es sich aber nicht um eine "Wall of Fame" sondern um ein Projekt unter der Leitung von Dieter Hennig. Für diesen Auftrag wurden fünf Entwürfe eingereicht und einer hat sich als Siegerentwurf durchsetzen können. Das Bild wird eine Mischung aus Graffiti und Kunst sein, so Hennig, ähnlich wie die Gestaltung an der Friedrich Schiller Schule.
Die Gestalt des Werkes beschreibt er wie folgt: "Ich werde also eine Gruppe von Leuten malen die im Gleichmarsch oder im Gleichschritt durch diesen Tunnellaufen. Also das tägliche Einerlei, der Mythos von Sisyphus steckt als Idee dahinter. Aber ich hab auch immer gerne, dass es zwei Bedeutungen gibt, also einmal eine positive und einmal eine nicht ganz so positive, dass man es also immer mehrdeutig interpretieren kann. Also es wird noch ein großer Regenbogen erscheinen, dass also mehrere Möglichkeiten offen sind." In circa einer Woche wird das Bild dann komplett fertig sein. Als nächstes Projekt steht dann wahrscheinlich die Meyfartstraße an. Der Verein Stadt- Bild- Graffiti wird also auch in Zukunft dafür sorgen das Erfurts Straßen etwas bunter werden.
(StefanieBöhme)



Quelle: Lokalnachrichten - 30. Juli 2008


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